Beitrag zur KonschTour (Kunsttour) Vianden (Luxemburg) 2018, 20. und 21. Mai

Jedes Jahr zu Pfingsten veranstaltet der Kunstverein ViArt in Vianden eine Kunsttour, bei der die Besucher sich auf einem Rundwanderweg Einblick in die Ateliers am Ort verschaffen und die Arbeiten eingeladener Künstler an repräsentativen Orten kennen lernen können. Das war dieses Jahr ein stillgelegtes Altenheim im Zentrum Viandens, das auf seinen Umbau zur Jugendherberge wartet. Diese Erwartung des Umbaus und die Spuren der Vergangenheit des Gebäudes verlieh der Ausstellungssituation einen eigenartigen Flair, bei dem die Künstler in ihren Präsentationen auf diese Räumlichkeiten eingehen mussten.

Dort konnte ich einen großen Raum bespielen, in dem ich Elemente aus früheren Installationen und ganz neue Arbeiten zusammenbringen konnte.   

Wettbewerbsbeitrag Kunst am Bau Humboldtforum Berlin, Treppenhausgestaltung, März 2018

Meine Arbeit besteht aus drei Elementen:

1. Element: transparente Folie oder Plexiglas, auf dem ein Fotomotiv gedruckt ist, das eine experimentelle Aufnahme eines farbigen alten Fensters aus einer europäischen Kirche ist. Dieses Bild wird auf die Fenster des Treppenhauses flächenfüllend montiert. So soll ein Raum mit farbigem Licht entstehen.
Durch Kameratechnik (Langzeitbelichtung, Mehrfachbelichtung, Kamerabewegung) wirkt das Bild wie abstrakte Malerei. Die Ausstrahlung seiner Farbigkeit lässt den Ursprung des alten Kirchenfensters spüren, ohne dass das konkrete Fenster identifizierbar ist. Den Treppenhausraum darüber in farbiges Licht zu tauchen, ist dabei dem Konzept gotischer Kirchen abgeguckt. Dieses Element meiner Raumkonzeption verweist also in historisch deutlich zurückliegende Epochen, ist aber durch meine Bearbeitung eindeutig zeitgenössisches Werk.

Das zweite Element ist ein in die Mitte des Raumes gehängtes Architekturmodell des Humboldtforums. (Ort: im Plan definierter Raum).Es wird gefertigt aus einer Rahmenkonstruktion aus Holz oder Aluminium und einer plastischen Oberfläche aus handgeformter Aluminiumfolie. Gewicht bei der Bauweise: maximal 250 kg. (Erfahrungen mit großen Objekten aus diesem Material bzgl. Stabilität und Dauerhaftigkeit kann ich belegen).
Etwas wie das geistige Konzept des realisierten Bauwerks , seine Idee, soll mit dem Objekt beim Besucher wachgerufen werden. Er befindet sich im Gebäude, das als modellhaftes Objekt noch einmal vor/über ihm hängt. Durch das lichtreflektierende Material ist es verfremdete Skulptur, setzt Möglichkeit frei, an die Archtitektur Fragen zu stellen.

Als drittes Element sollen an die zur Verfügung stehenden den Fenstern gegenüberliegenden Wände in Gestalt einer Assamblage aus hochwertiger Malerei (denkbar z.B. auf großen Segeltuchsegmenten), sowohl aus erkennbaren Bildelementen (wie z.B. ein Portrait von Hannah Arendt), wie auch gemalten Schriftzügen (z.B. eine Textzeile von Walter Benjamin) eine Wandgestaltung entstehen, die auf Personen Bezug nimmt, die sowohl für deutsche wie auch speziell Berliner Geschichte und Kulturgeschichte bedeutsam gewesen sind und die bisher in der Planung des Stadtzentrums nicht bedacht sind. Da der Raum durch die Fenster eine changierende Farbigkeit hat, müsste die malerische Technik dem angepasst werden. Ich würde da z.B. an monochrom einfarbige oder reduziert farbige großformatige Tuschemalerei denken, die ins Gesamtkonzept passt. So würde ich mir insgesamt einen visionären Raum vorstellen, der atmosphärisch Fragen aufwirft im Bezug auf die Architektur, in der er sich befindet, seine Umgebung und Denkmöglichkeiten über unser Land anregt.

Denkbar wäre im Sinne einer Besucherbeteiligung vielleicht auch ein Tisch, auf dem ein großes Buch ermöglicht, Wünsche zu vermerken, welcher Aspekt von Geschichte oder welche Person mehr Aufmeksamkeit verdient hätte.

454 002 

DIVERSITY - Charta der Vielfalt, 18.6.-16.7.2017, Museum Zündorfer Wehrturm, Köln

8 Künstler von 68elf haben selbst ihr Thema bestimmt und geben Einblick in ihre Arbeit und ihre künstlerische Position.

"Das Schöpferische" habe ich mein Thema genannt. Ich zeige dicht installiert malerische und plastische Arbeiten der letzten Jahre. In ihnen bin ich der Frage nachgegangen, was das Schöpferische ist. Kann ich dafür Bilder finden? Lassen sich Gedanken darüber und Empfindungen dazu in einen Raum bringen? 

"Deutschlandbunker", Bunker K 101 Köln Ehrenfeld, Ausstellung bis 7.5. 2017

10 Künstlerinnen und Künstler beschäftigen sich in ruhigen und sensiblen Beiträgen mit der Situation unserer Republik oder historischen Ereignissen, die für sie prägend oder wichtig waren, aber heute vergessen sind.

Meine Installation beschäftigt sich mit dem derzeitigen Stadtbild von Berlin - Mitte und den dominanten Tendenzen der künstlerischen Ausgestaltung des öffentlichen Raums. Historisierend und schwerpunktmäßig aufs 19 Jahrhundert bezogen entsteht eine Art Touristenkirmes. Dabei werden viele Menschen, Ereignisse und kulturelle Errungenschaften außer Acht gelassen, die die Nachkriegsgeschichte geprägt haben und meines Erachtens im Zentrum der Hauptstadt unser Land im Sinne einer Frage nach kultureller Identität repräsentieren sollten. Auf dieses Problem bin ich gestoßen, als ich 2016 versuchte, eine große Figur an einem Baukran in Berlin Mitte als Street-Art Projekt zu installieren. Der Kopf dieser Figur ist in meine Installation integriert. Sie ist im nächstunteren Beitrag dargestellt. 

2016 Figur aus Alufolie, entworfen für die Installation an einem Baustellenkran in Berlin - Mitte

Ich baute von Januar bis März 2016 als Artist in Residence in Odonien in Köln eine etwa 8,50 m große Figur aus einem Trägergestell, das mit handgeformter Aluminiumfolie umkleidet war. Meine Idee war, diese Figur an einem Baustellenkran in Berlin - Mitte zu hängen, als eine Art Street-Art Objekt, zu den Zeiten, wo der Kran für den Baustellenbetrieb nicht gebraucht würde. Von ihrer Materialwirkung und ihrer Gestaltung traute ich ihr zu, als Kunstobjekt den Stadtraum bereichern und eine Baustelle um eine Erlebnisdimension erweitern zu können. Das Ereignis des Herauf-und Herunterfahrens würde wahrgenommen werden können, man hätte die Baustelle dazu zum Kulturort für z.B. After- Work- Parties oder für direkte Kulturveranstaltungen werden lassen können.

Die Figur hat in ihrem Brust- oder "Herz"Bereich eine Ansammlung von angedeuteten Gesichtern und ich gab ihr den Namen "Der Großherzige".  Eine Unterstützung des Kulturamts Berlin - Mitte zu bekommen gelang mir leider nicht. Ich arbeite derzeit an anderen Präsentationsmöglichkeiten, bin auf Baustellen unterwegs.  

2016/2017 Bemalung eines Schornsteins, Schulprojekt mit SchülerInnen des 13. Jahrgangs der Gesamtschule Gummersbach

Der zu bemalende Schornstein ist prägnantes Objekt vor dem Eingangsbereich der Schule und sollte malerisch gestaltet werden. Die Stadt stellte ein Baugerüst zur Verfügung. Sila Yürümez, Dilara Odabas, Carina Efimov und Yannick Beste (Foto unten von links nach rechts) entwarfen einen Phoenix, der sich um den Schornstein herumwand. Sie realisierten die Malerei in Unterrichtszeiten, Freistunden und an Wochenenden. Ich fungierte als Projektbetreuer. 

Installation "Engel" in den Mammutbäumen des Bethanien-Kinderdorfs in Waldniel bis August 2015

Die Installation ist ein Beitrag zu den Tagen der Kunst 2015 in Schwalmtal, die vom 26. bis 28. Juni stattfanden. Thematisch waren sie angebunden an die Veranstaltungsreihe "himmelwärts", die an vierzig Orten am Niederrhein hundert Veranstaltungen macht. Der Schwalmtaler Beitrag hatte den Titel "Szenen der Volksfrömmigkeit".

Meine Installation baute auf Relikten der Arbeit "Ich wollte keinen Engel machen" aus 1993 am Künstlerhaus Göttingen auf (siehe unter Menupunkt "Plastische Arbeit/Installationen"). Die Chance, eine solche Installation in drei 140 Jahre alten Mammutbäumen zu realisieren, nahm ich dankbar auf. Die Hängung wurde mit den Baumkletterern Jan Andrzejewski und Frank Gossen realisiert. 

Die Verortung des Ich - Kooperationsprojekt von 68elf.e.V.,Köln und Verein Berliner Künstler, Berlin, vom 30.März 2014 bis 13.April in der Kunsthalle Lindenthal, Köln sowie vom 10. bis 21. Juni 2015 in den Räumen des VBK, Berlin

Ich zeige als Beitrag zwei Häuser aus Alu-Dibond-Platten, deren Außenhaut experimentelle Fotografien sind.

Das eine Haus hat Motive aus Berlin und Köln: Details aus Stefan Lochners Jüngstem Gericht und eine Vielfachbelichtung der Domfassade für Köln, das Jüdische Museum, Kiefers Bleidüsenjäger und eine Aufnahme von einer Arbeit Wolfgang Petricks, der mein Lehrer an der Kunsthochschule in Berlin war, für Berlin. Die Bildmotive erschließen sich beim Umlaufen des Hauses. Sie sind verwoben mit Aspekten meiner Biografie.

Die Außenhaut des zweiten Hauses besteht aus Sternzeichnungen. Herstellungverfahren und Bedeutung von Sternzeichnungen sind auf dieser website erklärt in den Menupunkten "Aktuelles" und "Fotografie".

Berlin - Selfies

Für den diesjährigen Berliner Teil der Ausstellung fotografierte ich Selfies in den Abteilungen der Museen der Museumsinsel. Die Selfies setzten mich in Beziehung zu Räumlichkeiten oder einzelnen Kunstwerken verschiedener Zeiten und Kulturkreise wie Ägypten, Assyrien, dem europäischen Mittelalter oder dem Barock. Die Fotos waren im Garten der Berliner Räumlichkeiten des VBK zusammen mit einem Bleihausdummy so arrangiert, dass die Besucher daraus ein weiteres Haus imaginär zusammensetzen konnten.

Das bleibt aktuell

Drei Bilder aus meinem Atelier in der Eifel, in dem sich plastische Arbeiten und Installationsrelikte aus etlichen Jahren befinden. In diesem Raum steckt meine Erinnerung an mich selber, die Arbeiten aktivieren für mich ein Ankommen in mir selber, enthalten die Frage, ob man Zeit aufheben kann im Sinne Walter Benjamins.

Mit dem Licht der Sterne zeichnen. Sie sind das weitest Entfernte, was wir wahrnehmen können. Der Blick auf sie hat die Menschen seit Anfang ihrer Geschichte fasziniert. Wenn ich die Kamera mit geöffnetem Verschluss minutenlang durch den Sternhimmel bewege, zeichne ich neue Sternbilder. Der Anfang dieser Arbeit liegt um 2000.